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RSSPrint

Erfahrungen und Gedanken eines frischgebackenen Teamers

Auch in diesem Jahr fuhr der Konfirmandenjahrgang wieder auf die traditionelle Kennenlernfahrt. Diesmal nach Ravensbrück. Als neuer Teamer hat man da ja allerlei Erwartungen und Ängste. Nichts ist furchteinflößender als die Aussicht, für drei Tagen die Verantwortung für fünfzig Jugendliche zu übernehmen. Man hat die schlimmsten Bilder und Szenarien im Kopf.

Jedoch das genaue Gegenteil von den Horrorgedanken, die einem durch den Kopf geisterten, traf ein. Angefangen bei der Busfahrt: Sie verlief ruhig, man unterhielt sich, spielte Karten. Man merkte: diese Gruppe, obwohl erst seit Kurzem zusammen, wuchs jetzt schon zu einem eingeschworenen Team zusammen. Das zahlte sich schon am ersten Tag aus. Es ging ans Paddeln. In großen Zehner-Booten galt es, die Gewässer zu erobern und sicher das Ziel zu erreichen. Hierbei machte sich der gewonnene Teamgeist besonders bemerkbar.

Am zweiten Tag besuchte die Gruppe das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Dabei fragte ich mich: Sind diese Vierzehnjährigen dieser Aufgabe gewachsen? Ist ihnen bewusst, dass sie als Nachkriegsgeneration die Verantwortung dafür haben, das Erbe jener in Würde zu tragen, die systematisch ermordet wurden? Sind sie bereit, dieses Erbe anzunehmen und fortzutragen? Sind sie in der Lage nicht zu
vergessen, sondern weiterzuerzählen?

Die Antwort lautet: Ja.

Bei diesem Besuch hat jeder einzelne Konfirmand auf seine Weise bewiesen, dass er zuhören kann, dass er annimmt und weitergibt.

Abschließend kann man nur sagen, dass mich diese Konfirmandenfreizeit als Teamer sehr geprägt hat, vor allem in der Hinsicht, was ich zu erwarten habe. Ich weiß, dass, egal was dieses Jahr bereithält, ich mir sicher bin, diese Gruppe wird es mit Bravour schaffen.

Kolya Merrill

Letzte Änderung am: 06.07.2019