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Taizé

Im Nachrichtenblatt vom Februar 2022 finden Sie einen Artikel von Thomas-Dietrich Lehmann über die besonderen Lichter, die bei den Taizéandachten in Schlachtensee verwendet werden.

Licht als Symbol der Hoffnung und des Glaubens, die auch für Taize eine besondere Bedeutung haben. Treffen in Taize verstehen sich als „Zeichen der Hoffnung“ und wollen Begegnung zwischen Menschen und Konfessionen fördern. Gegründet wurde die Gemeinschaft mitten im Zweiten Weltkrieg von dem Schweizer Protestanten Frère Roger (Schutz), weil ihm europäische Verständigung sowie die Aussöhnung zwischen den Konfessionen sowie die Solidarität mit Ärmeren und Schwächeren am Herzen lag. 1949 legten sieben Männer das Ordensgelübde ab. Sie versprachen Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. Seit ihrer Gründung hat sich die ökumenische Gemeinschaft von Taize zu einem spirituellen Zentrum für Jugendliche und Familien in ganz Europa entwickelt. Heute gehören der Gemeinschaft im kleinen Ort Taize mitten im Burgund ca. 100 katholische und evangelische Ordensbrüder aus etwa 25 Ländern an. Seit 1978 finden neben den dauerhaft in Burgund angebotenen Begegnungen jährliche Großveranstaltungen in europäischen Städten an. Geleitet wird die Gemeinschaft vom deutschen Katholiken Frère Alois.

Corona hat auch Taize verändert. Weniger Gemeinschaft, zeitweise keine Besuche, was es seit Jahrzehnten nicht gegeben hatte. Der Verkauf von selbstgefertigten Produkten in Taize fiel weg. Also gingen die Brüder auf Wochenmärkte und hatten neue Formen der Begegnung. Auch das Taize Europatreffen zur Jahreswende konnte nur virtuell stattfinden. Gebete und Andachten wurden übertragen mit der Möglichkeit zum digitalen Austausch. Papst Franziskus sendete Grüße und wünschte den Teilnehmern, dass sie in Zeiten allgemeiner Beunruhigung ihren „Pilgerweg des Vertrauens“ fortsetzen könnten.

Vertrauen, das für Versöhnung so wichtig ist. Das Ziel von Frère Roger war es, Taize zu einer Stätte des Gebets, des Friedens und der Aussöhnung zwischen allen Menschen christlichen Glaubens zu machen. Umso tragischer ist es, dass ausgerechnet er von einer offenbar geistesgestörten Frau während eines Gottesdienstes, an dem 2500 Menschen teilnahmen, getötet wurde. 15 Jahre nach seinem Tod lebten seine Idee und sein Werk ungebrochen fort. Es bringt Licht und Hoffnung in eine Zeit, die oft so dunkel scheint, die von schwerwiegenden Problemen und Konflikten geprägt ist und in der viele Menschen sich allein fühlen. So wie es wohl auch oft den Gefangenen in Moabit ergehen mag.

Beatrix von Foerster

Letzte Änderung am: 01.03.2022