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Sünde

Wir alle kennen die Geschichte von Adam und Eva. Sie lebten im Paradies und durften alles essen, nur keine Frucht vom „Baum der Erkenntnis“, der mitten im Garten stand. Dieser Baum gehörte nur Gott. Wir wissen auch, wie die Geschichte ausging. Die Schlange kam und überzeugte Adam und Eva, dass sie schon nicht sterben würden, wenn sie eine Frucht des verbotenen Baumes essen würden. Da die Früchte so schön aussahen, war die Verlockung zu groß. Sie überschritten eine von Gott gesetzte Grenze, mussten seinen Garten verlassen und verloren das Paradies. Gott hatte den Menschen als sein Ebenbild geschaffen, d.h. der Mensch sollte wie ein Spiegelbild das Wesen Gottes reflektieren. Aber das hatte nicht geklappt.

Die Geschichte von Adam und Eva gilt als Urbegriff der Sünde. Im Wort Sünde steckt das mittelhochdeutsche Wort „Sund“, was Abgrund oder Graben bedeutet. Der Graben symbolisiert somit die Entfernung von Gott. Durch die Entfremdung von Gott ist der Mensch in der Lage, etwas Verbotenes zu tun. So besteht die Sünde im christlichen Verständnis in einer Abkehr von Gottes Willen, im Misstrauen Gott gegenüber, im Zulassen des Bösen oder des Sich-Verführen-Lassen.

Sünde im christlichen Verständnis kann sich dort ausbreiten, wo Gott und seine Gebote keine Resonanz finden. Denn die Gebote und Verbote in der Bibel geben uns eine Art Bedienungsanleitung für ein Leben entlang christlicher Werte. Damit ist aber nicht gemeint, dass wir nur strikt auf die Einhaltung von Gottes Geboten achten sollen und unser Handeln nur daran ausrichten. Das würde uns auf Dauer nur selbstgerecht und überheblich all jenen gegenüber machen, die nicht so leben, und wäre eine erneute Sünde. Vielmehr geht es darum, dass wir unsere Sünden erkennen und bereuen. Die Trauer, Wut oder Verzweiflung über einen Fehltritt führt uns zur Umkehr und bringt unsere Rettung. Die Überwindung der Sünde hat etwas mit Einsicht und Herzensbildung zu tun, die uns vor übergroßer Selbstbezogenheit bewahren. Nur wer sich nicht nur um sich selbst dreht, hat ein offenes Ohr für andere und deren Bedürfnisse. Und das sind wesentliche Bestandteile eines Lebens entlang von Gottes Geboten.

Schließlich zeigt Gott den Menschen immer wieder seine Gnade. Zwar mussten Adam und Eva das Paradies wirklich verlassen, obwohl sie ihren Fehltritt sehr bereuten, aber er erhielt sie am Leben und gab ihnen alles, was sie zum Leben brauchten.

Beatrix von Foerster

Letzte Änderung am: 05.07.2019