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Buß- und Bettag

Zachäus war Zöllner. Wie viele seiner Kollegen bereicherte er sich beim Eintreiben von Steuern. Eines Tages kam Jesus in seine Stadt. Ihn wollte er unbedingt erleben und da Zachäus ein kleiner Mann war, kletterte er auf einen Baum. Dort entdeckte ihn Jesus und bat ihn, herunter zu kommen. Zachäus hatte Angst, dass Jesus ihn für sein Verhalten tadeln würde, aber stattdessen lud Jesus sich und seine Begleiter zu ihm ins Haus ein. Zusammen verlebten sie einen fröhlichen Abend. Am Ende war der Zöllner so bewegt, dass er Jesus versprach, nie mehr Geld in die eigene Tasche zu stecken, sondern alles zu teilen. Jesus freute sich und sagte zu ihm, dass er an diesem Abend die Liebe Gottes kennengelernt habe. Er segnete ihn und ermunterte Zachäus, immer mutig und offen auf andere zuzugehen sowie immer ein guter Gastgeber und Freund zu sein.

Für Zachäus bedeutet der Abend mit Jesus eine Neuorientierung. Wir wissen nicht, ob Zachäus mit seinem alten Leben zufrieden war. Wahrscheinlich wird er einsam gewesen sein, denn wer schätzt schon einen Zöllner, der überhöhte Steuern eintreibt? Zachäus war gefangen in einem Leben zwischen Lug und Betrug und hatte keinen, dem er sein Herz ausschütten konnte. Jesus reichte ihm eine Hand und zeigte ihm einen Weg aus diesem Teufelskreis. Er zeigt dem Zöllner, dass er gebraucht wird, wie er ist mit seinen Stärken und Schwächen. Damit erhält Zachäus den Raum, sich zu ändern. Und das ist das Wesen des Buß- und Bettages.

Er ist ein Tag der Besinnung und der Neuorientierung entsprechend der christlichen Werte. Menschen besinnen sich auf ihre Versäumnisse und Fehlentscheidungen vor Gott und erhalten dafür Trost und Zuspruch.

Der Buß- und Bettag ist ein kirchlicher Feiertag. Er wird am letzten Mittwoch des Kirchenjahres zwischen Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag begangen. Als Zeichen der Versöhnung mit Gott wird in vielen Gemeinden Abendmahl gefeiert. So wie es im übertragenen Sinn auch Zachäus erlebte, als Gott sich in sein Haus einlud und seinem Leben eine neue Richtung gab.

Beatrix von Foerster

Letzte Änderung am: 05.07.2019