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Peter Welten ist 80 Jahre geworden –

ein Blick auf einen unermüdlichen Lehrer

Im Wintersemester 1999 habe ich meine erste alttestamentliche Lehrveranstaltung bei Peter Welten besucht. Ich war damals ganz neu nach Berlin gekommen und kannte noch keinen Dozenten. Das Seminar war ungewöhnlich. Nicht nur reine Textlektüre und Übersetzungen, sondern immer wieder wurde Bezug auf die aktuelle Lebenswirklichkeit in Deutschland und Berlin genommen. Es folgten viele weitere spannende und lehrreiche Veranstaltungen: Versöhnung im Alten Testament (AT) war mit einem Besuch im Gefängnis verknüpft; Asyl im AT mit aktuellen Kirchenasyl-Gemeinden. Das war bei den Studierenden sehr geschätzt und beliebt, weil es im wirklich besten Sinne dafür stand, Theologie zu treiben.

Aus dem gemeinsamen Lernen, denn so versteht Peter Welten seinen Unterricht, entstand eine Freundschaft. Er war es auch, der mich zum Mitarbeiter der ‚von Cansteinschen Bibelanstalt‘ (Bibelkabinett) werden ließ. Sein Engagement in diesem Bereich bewundere ich sehr, weil es ihm wichtig ist, die theologischen Themen in die Gemeinden zu tragen. Er hört auf die Erfahrungswelten der Menschen und spricht mit anderen auf Augenhöhe. Er setzt sich ein für die Unterdrückten und Schwachen - was seine Arbeit in der Kirchenasylbewegung zeigt - aber auch im Südost Europa Kultur e.V.

Überhaupt bewundere ich sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement. Beim Bibelkabinett ist er bis heute als Beiratsvorsitzender tätig, hält die Kontakte und knüpft Verbindungen. Er hat ein unglaubliches Gespür für Personen und ihre Begabungen. Bei allem war und ist er in keinem Arbeitsbereich einfach nur der Chef, sondern hat eine natürliche und sympathische Autorität, die aus seinem Lebensalter und der Erfahrung gewinnt.

Danke, Peter, für die Zeit – mögen noch viele Jahre des gemeinsamen Lernens dazukommen!

Sascha Gebauer, Pfarrer in Berlin-Tiergarten

Letzte Änderung am: 03.06.2018